Blog der unique relations GmbH

Agentur für Kommunikation mit Geist, Witz und Salomo

März 17, 2008

Wichtigste Quelle innovativer Ideen: der Mitarbeiter

“Erfolgsfaktor Mitarbeiter” titelte Mario Böhl vor einiger Zeit hier in diesem Blog – laut der Global CEO Study 2006 von IBM ist das auch längst bei Führungskräften angekommen.

Für die Studie wurden 765 CEOs befragt – und heraus kam, dass über 40 Prozent in ihren Mitarbeitern die wichtigste Quelle innovativer Ideen sehen. (via: Impulse für Innovation)

Fragen, die sich hier stellen: Wie nutzt man dieses Potential? Gibt es systematisierte Innovationsprozesse? Wie geht der deutsche Mittelstand beim Thema Innovation eigentlich vor? Antworten findet man zum Teil beim Top 100-Projekt der Compamedia GmbH. In einer Studie wurde das Innovationsmanagement im deutschen Mittelstand untersucht. Grundlage der Studie war ein zweistufiges Verfahren. Insgesamt hatten sich 282 Unternehmen beworben, die 100 Besten wurden identifiziert und zählen nun zum Kreis der TOP 100 2007.

Ergebnis der Innovations-Studie:

    1. In allen Top 100-Unternehmen sind Mitglieder des Top-Managements für die Innovationstätigkeit direkt verantwortlich. „Sie sorgen dafür, dass klare Ziele für Innovationsprojekte definiert werden und kontrollieren auf dieser Basis deren Fortschritt.“

    Im Durchschnitt wendet das Top-Management 30 Prozent seiner Arbeitszeit für das Thema Innovation auf – bei den Besten sind es sogar 60 Prozent. Etwa die Hälfte der Unternehmen stellt außerdem ein entsprechendes Budget für hochinnovative Projekte zur Verfügung.
    2. Für die Top 100 ist Marketing vor allem auch Innovationsmarketing: Bei den besten Unternehmen im Bereich Innovationsmarketing wenden Marketing-Mitarbeiter knapp 75 Prozent ihrer Zeit für Innovationen auf.

    Gleichzeitig sind die Marketingmitarbeiter bei 93 Prozent der Unternehmen intensiv in die wichtigen Entscheidungen bei Innovationsprozessen eingebunden.
    3. Jeder Mitarbeiter der Top 100-Unternehmen bringt im Durchschnitt jährlich fünf bis sechs Ideen ein. In über drei Viertel der Unternehmen haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, einen Teil ihrer Arbeitszeit für eigene Ideen zu nutzen. Außerdem: Bei mehr als 50 Prozent der Unternehmen beinhaltet der Innovationsprozess Schutzmechanismen, die verhindern, dass radikale Ideen in einer frühen Phase gekillt werden.

    Bei 94 Prozent der Unternehmen ist das Verfolgen des Marktgeschehens institutionalisiert. So kann eine klare Innovationsstrategie formuliert werden, was auch 90 Prozent der Unternehmen tun. Hinzu kommt, dass 87 Prozent der Top 100-Unternehmen Mitarbeiter beschäftigen, die sich ausschließlich mit Innovationen befassen.
    4. Die Top 100 öffnen ihren Innovationsprozess auch für Außenstehende und folgen dem Trend Open Innovation. „96 Prozent der Top 100 arbeiten mit Kunden zusammen – 82 % mit Lieferanten. Zwei Drittel der TOP 100 kooperieren darüber hinaus mit Universitäten und Forschungseinrichtungen. Mit den Wettbewerbern arbeiten 22 % der TOP 100 intensiv zusammen.
    5. Die Top 100 generieren mehr als zwei Drittel ihrer aktuellen Umsätze aus Innovationen und innovativen Verbesserungen der letzten drei Jahre. Bei den besten Unternehmen liegen die Umsatz- und Gewinnanteile sogar bei über 95 Prozent.

    Mit Prozessinnovationen konnten die Unternehmen durchschnittlich knapp 12 Prozent ihrer Gesamtkosten einsparen.

Beeindruckend finde ich persönlich, dass auch die Qualität der Innovationen sehr hoch ist: Bei 79 Prozent der Unternehmen stellt die bedeutendste Neuheit der vergangenen Jahre eine Weltneuheit dar. Man kann also sagen, dass das genutzte/umgesetzte Innovationsmanagement und Innovationsmarketing etc. durchaus Erfolg versprechend sind.

Als wichtig empfinde ich hier vor allem die Akzeptanz und Förderung von Innovationen von Seiten der Führung. Solange man gerade auf dieser Ebene erkennt, welche wichtige Rolle beim Erfolg eines Unternehmens die Mitarbeiter spielen, ist der Mittelstand für immer gerettet ;-)

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Kleiner Tipp noch für das nächste Ideenfindungs-Meeting: Im Blog “Impulse für Innovationen” habe ich außerdem noch einen Hinweis zur Kreativitätsförderung gefunden. Überraschende Umgebungen unterstützen dabei, das Tagesgeschäft auszublenden; bzw. außergewöhnliche Umgebungen fördern die Kreativität, weil neue Inspirationen entstehen, die in die Ideenfindung einfließen.

Vielleicht wäre es ja mal einen Versuch wert, das nächste Meeting in einer Burg o.ä. stattfinden zu lassen – wenn man mal wieder auf der Suche ist nach DER zündenden Idee.

4 Comment(s)

  1. René Chelvier | Mrz 17, 2008 | Reply

    Hallo Frau Albrecht,

    vielen Dank für die schöne Zusammenfassung der Innovationsstudie in Ihrem Artikel.

    René Chelvier

  2. Mario | Mrz 17, 2008 | Reply

    sehr schöner Beitrag, den ich auch gleich verwendet habe: biz-AWARDS.de

  3. Silke Masurat | Mrz 21, 2008 | Reply

    Hallo Frau Albrecht,
    wirklich eine lesenswerte Zusammenfassung. Sie haben übrigens recht, die Leistungen der TOP 100 sind tatsächlich beeindruckend. Am 4. Juli stehen die TOP 100 2008 fest. Soviel darf ich als Insiderin schon verraten: Auch 2008 hat TOP 100 wieder eine Menge zu bieten – viele Weltmarktführer mit bahnbrechenden Weltneuheiten.

  4. Susann Albrecht | Mrz 26, 2008 | Reply

    Vielen Dank für den Hinweis ;-)

2 Trackback(s)

  1. Mrz 17, 2008: Jahooda
  2. Mrz 26, 2008: Weniger reden - (mehr) machen! : unique relations

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