Blog der unique relations GmbH

Agentur für Kommunikation mit Geist, Witz und Salomo

Mai 12, 2009

So kuh-munizieren Sie sich durch die Krise: Jetzt dicke Kühe von den Mauern werfen!

Als die Burg Taufers im Mittelalter belagert wurde, gingen den Bewohnern die Lebensmittel aus. Darauf fütterten sie die letzten Vorräte an die einzig verbliebene Kuh und warfen sie über die Mauern. Die Belagerer glaubten angesichts des wohlgenährten Tieres, in der Stadt gebe es noch Lebensmittel im Überfluss – und gaben auf.

Unternehmen können aus dieser Sage eine Erkenntnis ziehen: Es lohnt sich, in Krisenzeiten aktiv mit den Kunden zu kommunizieren. Wie man von der dicken Kuh zur Krisen-Kommunikation kommt?

Krisen-Kuhmunikation

Der Kuhsturz zu Taufers ist ein Paradebeispiel für aktives Kommunizieren in einer Zeit der Krise. Die Bewohner nutzten so die Chance, zielgerichtet Einfluss auf das Handeln der Belagerer zu nehmen. Denn wie der Sprachwissenschaftler Paul Watzlawick einst feststellte: Es ist nicht möglich, nicht zu kommunizieren.

Damit meint er: Jede Handlung hat eine Botschaft – auch wenn man nicht handelt. Hätten die Belagerten nicht kommuniziert (via Kuh), wäre für die “Kunden” (die Angreifer) dennoch eine Nachricht angekommen: An der Krise in der Stadt hat sich nichts verbessert – und die Belagerung wäre weitergegangen.

Für Unternehmen ist es also gerade in schwierigen Zeiten wie jetzt wichtig, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und den Kunden ein Lebenszeichen zu geben.

Die Kuh macht’s, nicht die Milch

Auch Werbeblogger Jay Martin glaubt, dass Unternehmen mit Werbe-Investitionen in der Krise mehr tun, als ihre Produkte zu präsentieren. Sie signalisierten gleichzeitig, dass sie es sich leisten können, ihre Produkte zu bewerben. Dadurch schafften die Unternehmen bei den Konsumenten Vertrauen, dass sie die Krise überstehen.

Zu seiner Erkenntnis kommt Martin durch einen Blick zurück auf die “Große Depression”, die Wirtschaftskrise in den USA zu Beginn der 1930er Jahre. In dieser Zeit seien gerade solche Unternehmen in Überlebensnot geraten, die ihre Werbeetats drastisch kürzten. Dagegen hätten Firmen wie Kellogg’s, Chevrolet (GM) und Camel weiterhin kräftig in die Werbung investiert – und in der Folge die bis dahin marktführenden Unternehmen überholt.

Im Falle der Kuh war es demzufolge wichtig, dass sie fett und gemästet war. Nur diese mutige Investition der Nahrungsmittel bewegte die Angreifer letztlich zum Aufgeben. Oder anders gesagt: Nicht die Milch macht’s, sondern nur die ganze (fette) Kuh. Der Rat an Unternehmen lautet also: Werfen Sie fette Kühe von den Mauern. Jetzt!

2 Comment(s)

  1. J. Martin | Mai 12, 2009 | Reply

    Genial.

    Vom „Kuhsturz zu Taufers“ höre ich zum ersten Mal, und die Geschichte illustriert das Prinzip perfekt. Und klar, Watzlawick paßt auch dazu!

    Außerdem frage ich mich gerade, ob es wohl einen Namen für die rhetorische Figur gibt, eine Handlungsaufforderung nicht aus dem illustrierten Sachverhalt zu generieren, sondern aus der illustrierenden Metapher! :-)

  2. A.Lehmann | Feb 11, 2010 | Reply

    Hallo Herr Martin,

    wie meinen Sie das mit der rhetorischen Figur? So ein Bild wie bei den chinessichen Listen:

    http://www.abendblatt.de/wirtschaft/karriere/article848166/Tarnen-taeuschen-und-gewinnen.html

    “Vorgaukeln” paßt doch gut, oder?

    MFG

    A.Lehmann

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