Blog der unique relations GmbH

Agentur für Kommunikation mit Geist, Witz und Salomo

April 1, 2010

Der Test-Leser, der Sie voranbringt

Ein guter Text braucht mehr als einen Autor. Er braucht außerdem mindestens einen Korrekturleser. Das sagt schon der k-check.

Warum kann ein Autor allein nicht gut schreiben? Der erste Grund: Er macht Fehler, die ihm nicht auffallen, z.B.  bei der Rechtschreibung, der Zeichensetzung oder den Fakten. Doch selbst wenn diese Fehler ausgeschaltet wären, wäre der Text nicht perfekt. Denn der Autor weiß nicht, wie sein Text auf den Leser wirkt. Er kann es nur vermuten.

Der Test-Leser, der neben mir sitzt

Hier kommt der Test-Leser ins Spiel. Während ich dies schreibe, sitzt einer neben mir: Meine Kollegin Susanne Uhlig. Sie sagt mir sogleich, wenn sie etwas nicht versteht. Oder was sie skeptisch macht. Das Gute daran: Ich kann darauf sogleich reagieren. Ich schreibe direkt für den Leser, quasi im Dialog mit ihm. Und das kommt meinem Text zugute.

Wir unterhalten uns über den Text. Ich frage, wie das ankommt oder ob jenes besser ist. Und habe sofort das Feedback des Lesers. Wir überlegen gemeinsam, wie es sich am besten liest.

So haben wir beide gerade gemeinsam überlegt, welches der richtige Begriff für diesen ersten Leser ist. Zunächst hatte ich ihn 0,5 Autor genannt. Aber wir haben beide gemerkt: Das ist es nicht. Dann schlug Susanne Uhlig den “Probe-Leser” vor – sagte dann aber, dass das zu sehr ans Theater erinnere. So sind wir dann auf den “Test-Leser” gekommen. Und dann hat sie mir empfohlen, in der nun folgenden Überschrift das “0,5 Autor” stehen zu lassen, es aber durchzustreichen, um den Prozess der Korrektur anzudeuten.

Der 0,5 Autor Test-Leser, der nach mir kommt

Ich gestehe: Das ist ein Luxus. Was tun, wenn Sie nicht jemanden haben, der neben Ihnen sitzt und mit Ihnen über Ihren Text diskutiert? Dann bleibt immer noch die Möglichkeit, nach dem Schreiben Ihren Text jemandem zur Korrektur zu geben und ihn zu bitten, mehr als nur Rechtschreibung Korrektur zu lesen. Stellen Sie diesem Korrekturleser doch folgende Fragen:

1) Was verstehst Du nicht?

2) Was überzeugt Dich nicht?

3) Wo brauchst Du weitere Informationen?

4) Was kann ich weglassen?

Achtung: Test-Leser sind gut für den Text. Zusätzliche Autoren jedoch schaden dem Text. Mehr dazu demnächst hier.

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