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Agentur für Kommunikation mit Geist, Witz und Salomo

Juni 25, 2010

Lena, Köhler, Beckenbauer: Der letzte Eindruck zählt.

Eine Fußball-Frage zur WM: Woran erinnern Sie sich, wenn Sie an Zinedine Zidane denken, den ehemaligen französischen Weltklasse-Spieler? An herausragende Spielszenen, tolle Tore und unnachahmliche Technik? Ja, natürlich. Aber sicherlich ist da auch die Erinnerung an den unrühmlichen Abgang, den Kopfstoß im WM-Finale 2006 und die rote Karte in seinem letzten Spiel als Fußballer.

Dieser Aussetzer war nicht die einzige Tätlichkeit in der Karriere des temperamentvollen Franzosen und wäre wohl in der Retrospektive gänzlich unerwähnt geblieben, wenn – ja wenn es eben nicht sein allerletzter Auftritt auf der Fußballbühne gewesen wäre.

Liebe auf den letzten Blick

Was Sie daraus lernen können: Nicht nur der erste Eindruck zählt, sondern auch der letzte. Im Geschäftsleben gilt das zum Beispiel für den Kontakt mit Geschäftspartnern, Kunden oder Mitarbeitern. Machen Sie die letzte Begegnung zu einem Erlebnis – und Sie halten sich in Erinnerung.

Denn zu Beginn einer Geschäftsbeziehung legen wir uns meistens ins Zeug, buhlen um Kunden oder Aufträge und zeigen uns von unserer besten Seite. Am Ende der Zusammenarbeit bleibt hingegen selten mehr als ein flüchtiger Dank oder eine kurze Analyse. Im schlimmsten Fall gehen beide Seiten mit unausgesprochenen Unzufriedenheiten oder sogar mit Streitigkeiten um Geld auseinander.

Dann wirft dieser letzte Eindruck seinen Schatten auch über die guten Seiten, die bei nüchterner Betrachtung womöglich bei weitem überwiegen (das gilt im Übrigen auch im Privatleben).

So geschehen zuletzt im Fall Horst Köhler, der nach Kritik an einigen seiner Äußerungen vom Amt als Bundespräsident zurücktrat. Seine Entscheidung begründete er mit fehlendem Respekt vor seinem Amt. Die Begründung stieß jedoch auf wenig Verständnis – im Gegenteil: Der eilige Rücktritt wurde Köhler in Politik, Öffentlichkeit und Medien selbst als Beschädigung des Amtes ausgelegt.

Dieser Makel wird in der Erinnerung an den Bundespräsidenten Köhler wohl immer mitschwingen. Woran denken Sie, wenn Sie an Horst Köhler denken? Genau.

Warum Böörti auch das Überwasserlaufen nicht hilft

Kehren wir noch einmal zurück zum Fußball zurück: Unser Bundesjogi hat eine Vertragsverlängerung als Bundestrainer vom Abschneiden seiner Mannschaft bei der kommenden WM abhängig gemacht. Mit anderen Worten: Wird’s gut, bleibt er – wird’s schlecht geht er. Ob das im Sinne des letzten Eindrucks ein kluger Schachzug war?

Erinnern wir uns an den einstigen Bundestrainer Vogts, der 1998 mit der deutschen Nationalmannschaft zum zweiten Mal hintereinander im Viertelfinale scheiterte. Was folgte war ein unrühmlicher Abgang, bei dem er sogar eine Verschwörung gegen Deutschland witterte (“Vielleicht ist der deutsche Fußball zu erfolgreich”). Was in der öffentlichen Wahrnehmung blieb, war nicht nur ein schlechter Trainer, sondern auch ein schlechter Verlierer.

Keine Rolle spielte mehr, dass Vogts nur zwei Jahre zuvor mit dem EM-Titel den bislang letzten deutschen Titel errang und in seiner Amtszeit die bis dato beste Punktequote eines Bundestrainers vorweisen konnte. Ein Umstand, der Böörti einmal zu der Aussage veranlasste: “Wenn ich übers Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker, nicht mal schwimmen kann er.”

Wer zuletzt siegt, siegt am besten

Ganz anders hat die Fußballnation dagegen den Bundestrainer Franz Beckenbauer in Erinnerung, den “Kaiser”, die Lichtgestalt des deutschen Fußballs. Und warum? Weil er sich einen guten Abgang verschaffte: Nach seinem Triumph als Teamchef bei der WM 1990 zog er in weiser Voraussicht den Schlussstrich.

Was bleibt, ist die Erinnerung an den Gentleman, der nach dem Finale medaillenbehangen durch das Olympiastadium in Rom spaziert. Hätte Vogts 1996 nach seiner Laola mit den Fans den Weg frei gemacht für einen neuen Teamchef – wer weiß, ob wir dem Bundesberti nicht heute noch in ergebener Erinnerung huldigen würden.

Also Jogi: Hör auf, wenn es am schönsten ist – am besten als Weltmeister!

In diesem Sinne bleibt auch unserer allseits beliebten Grand-Prix-Lena nur zu wünschen: Höre nicht auf Stefan Raab! Denn Lenas Mentor forderte wiederholt, Lena solle als Siegerin im nächsten Jahr ihren Titel verteidigen dürfen.

Nach allem, was wir wissen: Sollte Lena im nächsten Jahr wirklich wieder antreten und eine auch nur etwas schlechtere Platzierung erreichen – der jetzige Status als goldenes Wunderkehlchen wäre für immer dahin. Eine Entscheidung gegen eine Titelverteidigung wäre darum wohl eine Entscheidung mit Köpfchen. Aber bitte nicht wie Zinedine Zidane.

1 Comment(s)

  1. fifa coins | Sep 22, 2016 | Reply

    Even call it.

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