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	<title>Blog der unique relations GmbH &#187; Konjunktiv</title>
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	<description>Agentur für Kommunikation mit Geist, Witz und Salomo</description>
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		<title>Der Konjunktiv der Höflichkeit und warum man ihn beim Schreiben besser vermeidet</title>
		<link>http://blog.unique-relations.de/2009/03/12/der-konjunktiv-der-hoflichkeit-und-warum-man-ihn-beim-schreiben-besser-vermeidet/</link>
		<comments>http://blog.unique-relations.de/2009/03/12/der-konjunktiv-der-hoflichkeit-und-warum-man-ihn-beim-schreiben-besser-vermeidet/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 14:17:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Arne Wellding</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Leserliebe]]></category>
		<category><![CDATA[höflich]]></category>
		<category><![CDATA[Konjunktiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine Bäckerin verwendet oft den Konjunktiv II. Damit will sie besonders höflich sein – und das funktioniert auch. Wenn Sie Ihre Brötchen allerdings mit dem Schreiben verdienen, sollten Sie auf den Konjunktiv der Höflichkeit lieber verzichten. Denn er wirkt unverbindlich, umständlich und undynamisch.
An anderer Stelle wurde bereits erläutert, dass der Konjunktiv II in der Regel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Bäckerin verwendet oft den Konjunktiv II. Damit will sie besonders höflich sein – und das funktioniert auch. Wenn Sie Ihre Brötchen allerdings mit dem Schreiben verdienen, sollten Sie auf den Konjunktiv der Höflichkeit lieber verzichten. Denn er wirkt unverbindlich, umständlich und undynamisch.</p>
<p><a href="http://blog.unique-relations.de/2008/06/30/lehmann-der-konjunktiv-ist-der-feind-des-verlierers/">An anderer Stelle</a> wurde bereits erläutert, dass der Konjunktiv II in der Regel nicht-wirkliche, irreale Ereignisse und Tatsachen bezeichnet. Außerdem wird der Irrealis aber auch in höflichen Bitten, Aufforderungen und Fragen verwendet – häufig mit Modalverben wie <em>könnte</em>, <em>würde</em> oder <em>wäre</em>. </p>
<p><strong>Konjunktiv II im Alltag: höflich, vorsichtig, unaufdringlich</strong></p>
<p>Ein typisches Gespräch mit meiner Bäckerin läuft in etwa so ab:</p>
<p>Ich: &#8220;Vier Vollkorn-Brötchen bitte.&#8221;<br />
Sie: &#8220;Gern. Dürfte ich Ihnen noch etwas anbieten? Ich könnte Ihnen den Apfelkuchen empfehlen, der ist ganz frisch.&#8221;<br />
Ich: &#8220;Nein, danke. Wie viel macht das?&#8221;<br />
Sie: &#8220;Das wären genau drei Euro. Hätten Sie es vielleicht klein?&#8221;</p>
<p>Der Konjunktiv II drückt in diesen Aussagen der Bäckerin keinen irrealen Sachverhalt aus. Sie KANN mir den Apfelkuchen empfehlen. Und es SIND drei Euro, die ich bezahlen muss. </p>
<p>Auch ihren Fragen liegt kein irrealer Wunsch zugrunde. Die Bäckerin weiß nicht, ob ich noch etwas haben möchte und ob ich Kleingeld dabei habe. Sie hätte also auch fragen können: &#8220;Darf ich Ihnen noch etwas anbieten?&#8221; Und: &#8220;Haben Sie es vielleicht klein?&#8221;</p>
<p>In beiden Fällen markiert der Konjunktiv II also ihre – ganz reale – Höflichkeit. Das ist im Alltag auch ok – gerade jetzt, <a href="http://www.berlinonline.de/aktuelles/berlin/detail_ddp_2366107530.php">wo Berlin freundlicher werden soll</a>. </p>
<p><strong>Konjunktiv II beim Schreiben: unverbindlich, umständlich, undynamisch</strong></p>
<p>Was umgangssprachlich funktioniert, taugt für den Schreiber aber noch lange nicht. Denn beim Schreiben offenbart sich die dunkle Seite des Konjunktivs II: er ist unverbindlich, umständlich und undynamisch. </p>
<p>Beispiel: &#8220;Ich würde Ihnen vorschlagen, eine Anzeige zu schalten.&#8221; </p>
<p>Der Konjunktiv II sorgt hier beim Leser implizit für Verwirrung: Warum tut es der Schreiber dann nicht? Im Vergleich wirkt der Indikativ zwingender, dynamischer und verbindlicher: </p>
<p>&#8220;Ich schlage Ihnen vor, eine Anzeige zu schalten.&#8221;<br />
Oder, noch besser: &#8220;Mein Vorschlag: Schalten Sie eine Anzeige.&#8221; </p>
<p>Weitere Beispiele:</p>
<p>Schlecht: &#8220;Wir würden uns melden, wenn sich etwas ergibt.&#8221;<br />
Besser: &#8220;Wir melden uns, wenn sich etwas ergibt.&#8221;</p>
<p>Schlecht: &#8220;Wir könnten vielleicht mal essen gehen.&#8221;<br />
Besser: &#8220;Lassen Sie uns mal essen gehen.&#8221;</p>
<p>Mir wurde der Konjunktiv der Höflichkeit übrigens auf die harte Tour abgewöhnt – durch Gespräche mit meinem Vater:</p>
<p>Ich: &#8220;Könntest du mir bitte das Salz reichen?&#8221;<br />
Er: &#8220;Könnte ich.&#8221;<br />
Ich: &#8220;Würdest du das dann auch bitte tun?&#8221;<br />
Er: &#8220;Würde ich.&#8221;<br />
(Ich: &#8220;Aarrrgghh….&#8221;)</p>
<p>Erzieherisch durchaus zweifelhaft – aber einprägsam. Mit solchen Fragen überprüfe ich heute noch meine Texte. </p>
<p><strong>Indikativ: die dynamische Alternative</strong></p>
<p>Im Übrigen gelten diese Regeln nicht nur für das Schreiben. Gerade im Gespräch mit Kunden muss ein Redner Selbstbewusstsein und Kompetenz ausstrahlen. Vergleichen Sie in dieser Hinsicht folgende Mini-Präsentationen:</p>
<p>A. &#8220;Dürfte ich Sie einen Moment um Ihre Aufmerksamkeit bitten? Ich würde Folgendes vorschlagen: Wir könnten eine Plakat-Kampagne starten. Eine andere Möglichkeit wäre, Flyer zu verteilen.&#8221; </p>
<p>B. &#8220;Ich bitte Sie um Ihre Aufmerksamkeit! Das sind meine Vorschläge: Alternative 1: Wir starten eine Plakat-Kampagne. Alternative 2: Wir verteilen Flyer.&#8221;</p>
<p>Na? Genau! </p>
<p>Zusammenfassend <del datetime="2009-03-12T14:19:01+00:00">ließe</del> lässt sich also festhalten: den Konjunktiv II vermeiden, wenn der Sachverhalt nicht irreal ist, sondern wirklich. Das gilt für das Schreiben wie für das Sprechen.</p>
<p>Als Ausnahme möchte ich hier ausdrücklich den Alltagsplausch gelten lassen – wie den mit meiner Bäckerin. Die ruft mir beim Herausgehen noch hinterher: &#8220;Dürfte ich Sie bitten, die Tür hinter sich zu schließen?&#8221; Dürften Sie, denke ich. Aber nur Sie. </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Lehmann: &#8220;Der Konjunktiv ist der Feind des Verlierers&#8221;</title>
		<link>http://blog.unique-relations.de/2008/06/30/lehmann-der-konjunktiv-ist-der-feind-des-verlierers/</link>
		<comments>http://blog.unique-relations.de/2008/06/30/lehmann-der-konjunktiv-ist-der-feind-des-verlierers/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Jun 2008 16:31:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Lengen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Leserliebe]]></category>
		<category><![CDATA[indirekte Rede]]></category>
		<category><![CDATA[Konjunktiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Soeben das EM-Endspiel verloren &#8211; und dann die Fragen von ARD-Moderatorin Monica Lierhaus nach den Ursachen!
In seiner Antwort verwendete DfB-Torhüter Jens Lehmann zweimal den Satz: &#8220;Der Konjunktiv ist der Feind des Verlierers.&#8221;
Das stimmt, aber nur zur Hälfte. Denn dieser Satz gilt nicht für den Konjunktiv I, sondern nur für den Konjunktiv II.
Konjunktiv I: für die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soeben das EM-Endspiel verloren &#8211; und dann die Fragen von ARD-Moderatorin Monica Lierhaus nach den Ursachen!</p>
<p>In seiner Antwort verwendete DfB-Torhüter Jens Lehmann zweimal den Satz: &#8220;Der Konjunktiv ist der Feind des Verlierers.&#8221;</p>
<p>Das stimmt, aber nur zur Hälfte. Denn dieser Satz gilt nicht für den Konjunktiv I, sondern nur für den Konjunktiv II.</p>
<p><strong>Konjunktiv I: für die indirekte Rede </strong></p>
<p>Der Konjunktiv I wird hauptsächlich in der indirekten Rede verwendet.</p>
<p>Wenn es also heißt: &#8220;Lahm <em>habe </em>Torres den Ball abgenommmen und damit das 0:1 verhindert&#8221; &#8211; dann drücke ich damit aus, dass <em>eine andere Person das sagt</em>. Das, was behauptet wird, muss nicht stimmen, kann aber stimmen. Meistens trifft letzeres zu.</p>
<p>In unserem Fall: &#8220;Günther Netzer sagte im Gespräch mit Gerhard Delling, Lahm habe Torres den Ball abgenommmen und damit das o:1 verhindert.&#8221; Hier zitiere ich ein mögliches Kompliment von Netzer für Lahm.</p>
<p>Dadurch, dass ich den Konjunktiv I verwende, sage ich nur, dass nicht ich das sage, sondern Netzer das gesagt hat &#8211; und zunächst gibt es keinen Grund, die Wahrheit dieser Aussage zu bezweifeln.</p>
<p>Beispiele für den Konjunktiv I: &#8220;sei&#8221;, &#8220;habe&#8221;, &#8220;sehe&#8221;, &#8220;gehe&#8221;, &#8220;komme&#8221;</p>
<p><strong>Konjunktiv II:  für das nicht-Wirkliche </strong></p>
<p>Der Konjunktiv II ist der so genannte Irrealis (= nicht-Wirklichkeit) und damit Lehmanns Konjunktiv!</p>
<p>Wenn es also heißt: &#8220;Lahm <em>hätte </em>Torres den Ball abgenommmen und damit das 0:1 verhindert&#8221; &#8211; dann drücke ich damit aus, dass das Gesagte <em>nicht </em>zutrifft. Der Konjunktiv II steht vor allem in Bedingungssätzen.</p>
<p>In unserem Fall: &#8220;Lahm <em>hätte </em>Torres den Ball abgenommmen und damit das 0:1 verhindert, wenn er energischer gesprintet wäre und sich besser mit Lehmann abgestimmt hätte.&#8221; Hat er aber nicht! Und darum ist der Konjunktiv II der Feind des Verlierers.</p>
<p>Beispiele für den Konjunktiv II: &#8220;wäre&#8221;, &#8220;hätte&#8221; &#8220;sähe&#8221;, &#8220;ginge&#8221;, &#8220;käme&#8221;</p>
<p><strong>Indikativ: für die Wirklichkeit </strong></p>
<p>Mit dem Indikativ drücke ich aus, dass etwas wirklich passiert (ist). In unserem Fall (leider!): &#8220;Torres war schneller als Lahm und hob den Ball über Lehmann hinweg zum 1:0 ins Tor.&#8221; An einer Aussage im Indikativ gibt es nichts zu deuteln &#8211; passiert ist passiert!</p>
<p>Lehmann hätte auch sagen können (hat er aber nicht, hier wieder der Konjunktiv II für den Irrealis!): &#8220;Der Indikativ ist der Freund des Siegers.&#8221;</p>
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